Under The Cloucs
Helicopters in the Sky

RC Heli - Baubericht MBB BO105 in 500er-Grösse.

Ein neuer Modell-Heli entsteht.

 

Die Vorgeschichte.



Am 28.09.2014 ist meine wunderschöne BO 105 in 500er-Grösse abgestürzt und erlitt Totalschaden (siehe hier...). Nachdem dann am 07.05.2016 auch noch meine seltene Bell 429 in 500er-Grösse abgestürzt ist und ebenfalls Totalschaden erlitten hat (siehe hier...), habe ich mich dazu entschlossen, eine neue BO 105 aufzubauen. Ein wunderbares Winterprojekt 2016/2017.


12.06.2016: Mechanik und Rumpf.
Als Mechanik wird ein T-Rex 500 mit Starrantrieb verwendet. Diese Teile sind in meinem bestehenden Ersatzteillager fast vollständig vorhanden.
Am Sonntag, 05.06.2016 bei modell-hubschrauber.at bestellt, am Mittwoch 08.06.2016 schon bei mir zu Hause: Der neue Rumpf BO 105 red/blue in 500er-Grösse. - Welch positive Überraschung. Nachdem alles auf Defekte und Vollständigkeit kontrolliert, wurde, musste ich leider einen Schönheitsfehler feststellen: Die Haubenverglasung ist klar/weiss, statt klar/getönt. Eine leise Enttäuschung macht sich breit. Auf dem Shop-Bild ist ganz klar eine getönte Scheibe abgebildet. Der Lieferant wird sich noch erklären müssen. Irgendwie werde ich diese Scheibe jedoch auch noch dunkler hinbekommen. Dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

Die ersten Umbau- und Anbauteile sind auch bereits eingetroffen: 4-Blatt-Rotorkopf von Align, spezielle Heckumlenkung von modell-hubschrauber.at für den geplanten Starrantrieb (standardmässig wäre Riemenantrieb vorgesehen), sowie, Antennen, Scheibenwischer, Lufthutzen, etc..

25.06.2016 Mechanik und Elektronik bereit zum Testen.
Als Mechanik wird ein T-Rex 500 mit Starrantrieb verwendet. Diese Teile sind in meinem bestehenden Ersatzteillager fast vollständig vorhanden.
Die Mechanik und die Elektronik sind nun weitestgehend aufgebaut. Um Die Mechanik Probefliegen zu können, habe ich sie auf ein Spider-Landegestell gestellt. Der Vierblattrotor-Kopf ist zusammengebaut, montiert und die Gestänge provisorisch eingestellt. Die ganze Elektronik (VStabi, Kontronik-Regler, Servos, Emcotec, etc.) sind verbaut und die Anschlüsse für die restliche Elektronik (Licht, Eneloop, Lasthaken, etc.) sind vorbereitet. Diese Teile müssen dann nur noch angesteckt werden. Nach der Vibrationsanalyse und einem, oder wenn notwendig mehreren Testflügen wird dann das Heck noch höher gelegt und nochmals getestet. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, kann mit den Rumpfarbeiten begonnen werden. Dazu nächstens mehr.

24.07.2016 Die Beleuchtung.
Da sich die Lieferung der SpinBlade-Rotorblätter stark verzögert hat und demnach keine Testflüge absolviert werden können, habe ich mich der Beleuchtung gewidmet.


Nach Prüfung diverser Beleuchtungsmodule habe ich mich für das Multiplex Power MultiLight Beleuchtungsmodul entschieden. Diese Beleuchtung verrichtet bereits in anderen meiner Rumpfhelis beste Arbeit (nicht zu grosse Leuchtkörper, sehr hell und einfach zu verbauen). Die beiden Navigationslichter links (rot) und rechts (grün) für das Höhenleitwerk habe ich soweit vorbereitet, dass die beiden Lampen nur noch angeleimt werden müssen. Ob die beiden Lampen noch eine rote, resp. grüne Abdeckung erhalten, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Das Verbauen der übrigen Leuchtkörper nehme ich in Angriff, sobald die eigentlichen Rumpfarbeiten beginnen.

31.07.2016 Erster Einstellflug mit der nackten Mechanik.
Endlich wurde der 4er-Satz Rotorblätter SpinBlades 435 geliefert. Als erstes wurden die Blattenden gelb gespritzt.
Es war nun an der Zeit, die notwendigen Setups (Grundsetup am Rotorkopf und VStabi-Einstellungen) vorzunehmen und die ersten Einstellungsflüge mit der "nackten" Mechanik zu absolvieren. Die Rotorkopf-Einstellungen sind perfekt, da muss nichts mehr geändert werden. Das Heck wandert noch etwas und wird bis zum nächsten Probeflug nachgestellt. Evt. werde ich noch etwas grössere Heckrotorblätter montieren, damit das Heck noch ruhiger wird. Als nächstes wird nun der Heckantrieb höher gelegt und dann nochmals Probe geflogen.

07.08.2016 Getönte Haubenverglasung und Landegestell.
Die Höherlegung des Heckantriebs muss noch etwas warten, da mir noch nicht ganz klar ist, ob ich das Zusatzrohr, die Antriebswelle und das Gestänge noch kürzen muss. Dies kann ich jedoch erst beim Einpassen der Mechanik in den Rumpf, festlegen. Mehr dazu in einem späteren Beitrag.


Bei der Lieferung des BO 105-Rumpfes war ich doch etwas enttäuscht darüber, dass die Haubenverglasung in "Klarglas", statt getönt, geliefert wurde. Der Lieferant konnte (oder wollte) mir nicht weiterhelfen. Dank Tamiya Color Rauchglas-Spray habe ich nun diesen Makel beheben können. Jetzt gefällt mir die Haubenverglasung. Auch die Dachfenster wurden abgedunkelt und eingeleimt. Türverglasungen sind im Original-Bausatz nicht vorgesehen. So habe ich "die Löcher" kurzerhand mit Scheiben aus vorhandenem Bestand (vorne), sowie mit schwarz gespritzten Metallnetzen bestückt (hintere Türen und Dom-Lüftung). Auch das Landegestell habe ich zwischenzeitlich montiert und befestigt. Leider waren für die Befestigung keine Löcher vorgebohrt, so dass ich selbst zur Bohrmaschine greifen musste.

14.08.2016 Heckhöherlegung und Einbau Mechanik und Licht.
Bei der Höherlegung des Hecks habe ich die Standard-Komponenten von ALIGN verwendet: 45°-Scale-Winkelgetriebeset, Scale Heckrohr für Starrantrieb und Scale-Heckrotorgehäuse. Damit das Heckrohr nicht übermässig aus dem Rumpfheck ragt, habe ich sowohl das Scale-Heckrohr, wie auch die kurze Starrantriebswelle um ca. 20mm gekürzt. Um Schwingungen zu vermeiden, habe ich das kurze Heckrohr mit einem Rotorblatt-Transporthalter-Unterteil im Seitenruderteil des Rumpfes fixiert, so dass keine Schwingungen und damit verbundene Vibrationen auftreten können.


Eigentlich wäre vorgesehen, dass der Mechanik-Rahmen in den Rumpf-Boden-Spanten mit vier Schrauben fixiert werden soll. Nur, wenn einmal alle Komponenten verbaut sind, ist an die hinteren Schrauben kein Herankommen mehr. Deshalb habe ich eine "Schiebevorrichtung" gebaut, bei welcher der hintere Teil der Mechanik präzise eingeschoben und fixiert wird und nur noch die zwei vorderen Schrauben verwendet werden müssen. Die Mechanik kann so jederzeit einfach und schnell vom Rumpf gelöst und wieder eingeschoben werden.

<-- Im Bild kann der eingepasste Rumpf gesehen werden.

Damit die vorhandenen 3300mAh- und 4000mAh-Lipo's verwendet und möglichst weit vorne platziert werden können, musste ich die Batteriehaltung tiefer setzen. Dies habe ich durch Abtrennung eines Teils des Heli-Rahmens erreicht. Die Rumpfhaube kann nun problemlos über der Batterie zusammengesteckt werden.


Die Beleuchtung habe ich ebenfalls komplett eingebaut. Die Kabel müssen jetzt nur noch sauber und sicher verlegt werden. Eine besondere Herausforderung waren das rot blinkende und das blitzende Licht am Seitenleitwerk-Teil beim Heckantrieb. Hier war einige Modellbau-Arbeit angesagt.



Als Landescheinwerfer habe ich mich für Doppelscheinwerfer entschieden. Diese können via Sender separat zugeschaltet werden. Auf einen separaten Suchscheinwerfer werde ich verzichten.

Im Zuge der Beleuchtungsmontage habe ich auch noch die Höhenleitwerke montiert. Zur zusätzlichen Stabilität der Höhenleitwerke habe ich je einen zusätzlichen Stahlstift zwischen Höhenleitwerk und Rumpf eingeleimt. Die Beleuchtung an den Höhenleitwerken habe ich bereits vorgängig vorbereitet und oben beschrieben.

21.08.2016 Einbau Lasthaken.


So, in der Zwischenzeit habe ich in die BO 105 einen Lasthaken eingebaut. Der Lasthaken wird für Unterlast-Flüge verwendet und kann selbstverständlich vom Sender aus bedient werden. Für die Montage des Lasthakens musste wieder mal eine spezielle Konstruktion her. Zum korrekten Funktionieren des Lasthakens muss das dazu notwendige Servo, ganz genau platziert werden. Also musste eine spezielle Servohalterung gebaut werden. Mit dem Lasthaken ist der mechanische Innenausbau abgeschlossen. Als nächstes wird nun noch die Elektronik komplett verkabelt und flugbereit gemacht. Mehr dazu in Bälde.

11.09.2016 Rückschlag: Frontscheibe verformt.
Nachdem die Antennen und Scheibenwischer montiert waren, wollte ich die Scheibenwischer mit dem Föhn etwas nachformen und an die Rundung der Frontverglasung anpassen. Dabei habe ich die entstehende Föhn-Hitze unterschätzt. Die Frontverglasung wurde durch die Hitzeeinwirkung komplett verformt. Ein herber Rückschlag bei meinem BO 105-Projekt. Glück im Unglück: Die Frontverglasung kann als Ersatzteil separat bestellt werden. Dies habe ich nun getan und werde nach dem Umbau wieder berichten.

18.09.2016 Neue Frontverglasung.
Die neue Frontverglasung ist eingetroffen. Mit etwas Gewalt konnte ich die alte, verformte Scheibe vom übrigen Rumpf trennen. Erfreulicherweise ist die neue Frontverglasung getönt, so wie ich es eigentlich beim Kauf des Rumpfes erwartet hatte. Die neue "Verglasung" hat etwas mehr Volumen, als die Original-Verglasung und sieht damit auch noch etwas besser aus. Die Verglasung hat mich keine CHF 25 gekostet. Nun muss sie nur noch eingeklebt werden und die roten Abdeckungen nachgemacht werden und dann kann meine neue BO 105 erstmals in die Luft. Mehr dazu in Bälde.

04.12.2016 Fronthaube endlich fertig.
Das Einpassen der neuen Frontverglasung erwies sich weitaus schwieriger als erwartet. Die Verglasung war nämlich etwas mehr gebogen, als die Original-Scheibe und so mussten die entstanden Luftspalten zwischen Scheibe und Rumpf aufgefüllt werden. Zum Auffüllen verwendete ich Molto Modellier-Moltofill, welches sehr leicht und gut modellierbar ist. Allerdings ist dieses Auffüllmaterial auch sehr porös, so dass mehrmals nachgebessert werden musste. Die neu aufgebaute Verbindung zwischen Rumpf und Scheibe musste dann natürlich auch noch neu gespritzt und lackiert werden. Die roten Zwischenstege auf der Verglasung habe ich aufgeklebt. Zum Schluss noch Scheibenwischer- und Antennenlöcher gebohrt und die Teile eingeklebt.



11.12.2016 Montage Bowdenzug und Fertigstellung BO 105.
Die Montage des Bowdenzugs war keine Hexerei. Nach dem Heckservo wird der Bowdenzug direkt am Heckrohr mit Isolierband befestigt, Gegen Rumpfende wird das Heckrohr mit Balsaholz abgestützt und im gleichen Stück Balsaholz ist auch die erste, feste Führung des Bowdenzugs untergebracht. Für den Bowdenzug braucht's keine Umlenkung, er wird einfach mit Kabelbinder am Heckrohr befestigt. Vor der Heckrotoranlenkung hat der Bowdenzug dann noch eine kleine Führungsschiene erhalten, welche am kurzen Heckrohr mit einer Schraube fixiert wurde. Meine BO 105 in 500er-Grösse ist nun soweit fertig und kann, sobald es das Wetter und die Temperaturen zulassen, erstmals einen Testflug absolvieren. Als nächstes werde ich noch ein Cockpit basteln und im Heli verbauen.

Das im Handel erhältliche BO105-Cockpit passt leider nicht standardmässig in die Fronthaube und es müssten so viele Änderungen vorgenommen werden, dass ein Eigenbau des Cockpits und der Pilotensitze wohl einfacher sein wird. Meine neue BO 105 sieht ohne Cockpit und Pilotensitze mit Piloten einfach viel zu leer aus. Mehr zum Cockpitbau demnächst mehr.




18.12.2016 Erste Testflüge in Haldenstein.


Bei angenehmen Temperaturen und schönstem Dezember-Wetter hob meine BO 105 am 11.12.2016 zu den ersten Testflügen ab. Mit einer Rotordrehzahl von ca. 2000 RPM's lässt es sich schon ganz gut fliegen. Die vorhandene Hecklastigkeit der BO 105 ist bekannt und sollte durch den späteren Einbau des Cockpits dann verschwinden. Das relativ starke Heckpendeln hat mich allerdings überrascht. Als Konsequenz werde ich das VStabi durch ein Spirit PRO Flybarless-System ersetzen, mit welchem ich bereits sehr gute Erfahrungen bei meiner Bell UH-1B gemacht habe. Gegen die noch geringen Vibrationen werde ich noch eine Befestigungsbrücke zwischen Mechanik und Rumpf einbauen. Mehr dazu später. Den Film der ersten Testflüge sehen Sie hier oder auf meinem YouTube-Kanal.

25.12.2016 Ein Cockpit muss her.
Da ich aus Schwerpunktgründen den Lipo nach vorne verschieben musste, hätte ein fertiges MBB BO 105-Kaufcockpit in keiner Weise in die Heli-Haube gepasst. So muss ich mir halt ein BO 105-Cockpit selbst zu basteln. Mit Karton habe ich unzählige Cockpit-Muster konstruiert, bis ich eine Variante ausgetüftelt habe, welche in die Haube passt. Zur Konstruktion: Karton, Balsaholz, Gewebeband und Epoxy-Kleber und als Boden ein Rautengitter. Als nächstes steht der Einbau des Cockpits in die Helihaube an. Anschliessend wird das neue FBL-System (Spirit Pro) eingebaut, verkabelt und eingestellt.

01.01.2017 Cockpit eingebaut und Heli eingestellt.
Das Cockpit mit den beiden Piloten ist nun fertig eingebaut und hat als Gadget noch eine Beleuchtung erhalten. Die Akkuhalterung wurde noch etwas tiefer und weiter nach vorne verlegt, damit die Hecklastigkeit beseitigt werden kann. Der Ausbau meiner neuen MBB BO 105 ist nun soweit abgeschlossen, dass jetzt die Grundeinstellungen und anschliessend die Feineinstellungen des neu eingebauten FBL-Systems (Spirit Pro) vorgenommen werden können. Oder mit anderen Worten: Neue Test- und Einstellflüge können vorgenommen werden.



16.02.2017 Weitere Testflüge mit neuem FBL.


Nach dem Einbau und den Einstellarbeiten des neuen Spirit Pro FBL-Systems, konnten nun endlich weitere Testflüge gemacht werden. Fazit: Der Heli steht nun ruhig in der Luft und das Heckpendeln ist zum grössten Teil verschwunden. Das noch ganz leichte Heckpendeln kann jetzt durch Feineinstellungen noch ganz zum Verschwinden gebracht werden. Dank dem Einbau des Cockpits ist auch die Hecklastigkeit grösstenteils weg. Ein wenig Blei im vorderen Teil des Rumpf sollte die Hecklastigkeit ganz zum verschwinden bringen. Es kann heute schön gesagt werden, dass das Flugbild meiner neuen MBB BO 105, ob mit oder ohne Unterlast, einfach wunderschön ist.

© 2018 | by jfamac.ch